Nothilfe in Afghanistan
Fünf Jahre nach der Machtübernahme: Fast jeder zweite Mensch braucht Hilfe
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban ist die humanitäre Lage in Afghanistan weiterhin äußerst angespannt. Rund 21,9 Millionen Menschen – etwa 45 Prozent der Bevölkerung – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hunger, eine anhaltende Dürre, wiederkehrende Naturkatastrophen und die Rückkehr von Millionen Menschen aus den Nachbarländern verschärfen die Not zusätzlich.
Hunger, Dürre und Vertreibung prägen den Alltag
Laut den Vereinte Nationen sind 17,4 Millionen Menschen in Afghanistan von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen, 4,7 Millionen davon befinden sich bereits in einer besonders schweren Krisenlage. Gleichzeitig leidet Afghanistan inzwischen im sechsten Jahr in Folge unter Dürre. Zwölf von 34 Provinzen sind derzeit besonders betroffen.
Zusätzlichen Druck erzeugt die Rückkehr vieler Menschen aus den Nachbarländern: Allein 2025 kamen mehr als 2,6 Millionen Menschen aus dem Iran und Pakistan nach Afghanistan zurück – viele von ihnen ohne ausreichende finanzielle Mittel oder eine gesicherte Lebensgrundlage. Die ohnehin stark belasteten Gemeinden stehen dadurch vor zusätzlichen Herausforderungen.
Besonders schwierig ist die Situation für Frauen und Mädchen. Rund 10,7 Millionen von ihnen benötigen humanitäre Hilfe. Gleichzeitig bleibt ihr Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und öffentlichem Leben stark eingeschränkt.
Naturkatastrophen verschärfen die humanitäre Lage
Neben der anhaltenden humanitären Krise treffen immer wieder Naturkatastrophen das Land. Das schwere Erdbeben im Osten Afghanistans 2025 kostete tausenden Menschen das Leben, zerstörte Häuser und wichtige Infrastruktur und traf viele Familien, die bereits zuvor auf Unterstützung angewiesen waren.
Auch ein Jahr nach dem Erdbeben benötigen Menschen Hilfe. Neben der Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern unterstützen Hilfsorganisationen deshalb auch bei längerfristigen Maßnahmen und stärken die Vorsorge gegenüber zukünftigen Naturkatastrophen.
So hilft das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe
Die Mitgliedsorganisationen Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland sind gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen in Afghanistan aktiv. Sie leisten akute Nothilfe und unterstützen die Menschen dabei, ihre Lebensgrundlagen zu sichern und widerstandsfähiger gegenüber Krisen und Naturkatastrophen zu werden.
Die Hilfe umfasst unter anderem:
- medizinische Versorgung und Gesundheitsvorsorge
- Behandlung mangelernährter Kinder
- Lebensmittel und dringend benötigte Hilfsgüter
- Bargeldhilfen für besonders bedürftige Familien
- Wasser-, Hygiene- und Sanitärversorgung
- Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche
- Unterstützung nach Naturkatastrophen
- Katastrophenvorsorge und Stärkung der Lebensgrundlagen
Caritas international ist seit den 1980er-Jahren in Afghanistan aktiv und arbeitet heute mit lokalen Partnerorganisationen in mehreren Provinzen. Die Hilfe reicht von Gesundheitsvorsorge für Schwangere und Mütter über Rehabilitationsangebote bis zur landwirtschaftlichen Katastrophenvorsorge. In besonders betroffenen Regionen leistet Caritas zudem Nothilfe und unterstützt nach dem Erdbeben 2025 den Wiederaufbau von Rehabilitationsdiensten.
Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt gemeinsam mit der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung den Afghanischen Roten Halbmond bei seiner landesweiten humanitären Arbeit. Dazu gehören medizinische Versorgung und dringend benötigte Hilfsgüter für besonders gefährdete Familien. Nach dem schweren Erdbeben 2025 stellte das DRK unter anderem Familienzelte, Küchensets und medizinische Trauma-Sets bereit und unterstützt weiterhin die Hilfe in den betroffenen Regionen.
Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen Menschen in mehreren Provinzen. Rund 4.900 Haushalte erhalten zweckgebundene Bargeldhilfen für grundlegende Bedürfnisse sowie Hygiene-Sets und begleitende Hygieneschulungen. Insgesamt werden damit rund 34.300 Menschen erreicht. Auch nach dem Erdbeben 2025 leistete die Organisation gemeinsam mit ihren Partnern Soforthilfe.
UNICEF ist seit den 1950er-Jahren kontinuierlich in Afghanistan für Kinder und Familien im Einsatz. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Zugang zu Bildung: Über die Initiative „Let Us Learn“ haben in den vergangenen 15 Jahren mehr als 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche Bildungsangebote erhalten, mehr als die Hälfte davon Mädchen. UNICEF behandelt zudem akut mangelernährte Kinder mit therapeutischer Spezialnahrung und unterstützt Familien nach Naturkatastrophen mit lebenswichtiger Nothilfe.
Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe und seine Mitgliedsorganisationen bitten Sie dringend um Unterstützung.
Erfahren Sie hier, wie die Organisationen des Aktionsbündnisses die Menschen unterstützen:
Letzte Aktualisierung: 11.08.2026










