Schweres Erdbeben erschüttert Venezuela
Tausende Menschen benötigen Hilfe
Am 24. Juni 2026 wurde Venezuela von zwei schweren Erdbeben innerhalb weniger Sekunden getroffen. Das erste Beben der Stärke 7,2 ereignete sich gegen 18:04 Uhr Ortszeit, das zweite Beben der Stärke 7,5 folgte nur 39 Sekunden später. Besonders betroffen sind die Hauptstadt Caracas und die nördlichen Küstenregionen. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt oder zerstört, Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Seither erschüttern zahlreiche Nachbeben die Region. Rettungskräfte suchen weiterhin unter schwierigsten Bedingungen nach Überlebenden.
Humanitäre Lage nach den Erdbeben: Opferzahlen steigen
Die beiden Erdbeben mit Magnituden von etwa 7,2 und 7,5 trafen Venezuela am 24. Juni 2026. Aufgrund der geringen Tiefe der Beben kam es in mehreren Regionen zu schweren Schäden an Wohnhäusern, Krankenhäusern und öffentlicher Infrastruktur.
Nach offiziellen Angaben kamen bislang mehr als 3.300 Menschen ums Leben, rund 16.740 Menschen wurden verletzt. Die Zahl der Vermissten könnte nach Schätzungen der Vereinten Nationen bei bis zu 50.000 liegen. Die Suche nach Überlebenden dauert weiterhin an. Tausende Menschen haben ihr Zuhause verloren und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Besonders schwer betroffen ist der Küstenstaat La Guaira, wo venezolanische Behörden einen Katastrophenzustand ausgerufen haben. Darüber hinaus sind Caracas sowie die Regionen Aragua, Carabobo und weitere Bundesstaaten betroffen. Berichtet werden Strom- und Wasserausfälle, Schäden an Krankenhäusern und öffentlichen Gebäuden sowie erhebliche Beeinträchtigungen der Internetverbindungen, die Rettungsarbeiten behindern. Internationale Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen bewerten derzeit die Lage und die dringendsten Bedarfe vor Ort.
Hilfe für die betroffene Bevölkerung
Neben der Suche nach Überlebenden werden derzeit vor allem Such- und Rettungsmaßnahmen, medizinische Nothilfe, die Versorgung mit Trinkwasser sowie Notunterkünfte für betroffene Familien benötigt. Auch psychosoziale Unterstützung spielt eine wichtige Rolle, da viele Menschen Angehörige verloren haben oder weiterhin um Vermisste bangen.
Unsere Mitgliedsorganisationen Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland stehen mit ihren Partnerorganisationen vor Ort in engem Austausch und prüfen die Lage kontinuierlich.
Gemeinsam mit lokalen Partnern leisten sie humanitäre Hilfe für Menschen in Not. Dazu gehören je nach Bedarf unter anderem die Bereitstellung von Notunterkünften, medizinischer Versorgung, Trinkwasser sowie Unterstützung beim Wiederaufbau von Häusern und Infrastruktur.
Das Venezolanische Rote Kreuz hat seine Notfallmechanismen unmittelbar nach den Erdbeben aktiviert und unterstützt den Katastropheneinsatz der nationalen Behörden mit Rettungsdiensten, Erste-Hilfe-Maßnahmen und Patiententransporten. Gemeinsam mit dem Kolumbianischen Roten Kreuz hat das Deutsche Rote Kreuz zudem Hilfsgüter nach Venezuela gebracht. Die Lieferung umfasst unter anderem Erste-Hilfe-Materialien, Traumakits, medizinische Verbrauchsgüter sowie Funk- und Telekommunikationstechnik, um die Soforthilfe vor Ort zu unterstützen.
UNICEF Deutschland hat seine Nothilfe massiv ausgeweitet: In den ersten Tagen nach den Erdbeben sind zwei internationale Hilfsflüge mit insgesamt 67 Tonnen Hilfsgütern in Venezuela eingetroffen – darunter Trinkwasser, Medikamente, Wasserreinigungstabletten, Hygienematerialien und Zelte. Die Lieferungen sollen rund 100.000 Menschen erreichen. UNICEF-Teams richten kinderfreundliche Räume ein und leisten psychosoziale Unterstützung für die 680.000 Kinder, die infolge der Erdbeben auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.
Caritas international hat seine Soforthilfe auf eine Million Euro erhöht und stellt die Gelder für die akute Nothilfe bereit. Gemeinsam mit Caritas Venezuela unterstützt sie die betroffene Bevölkerung durch ihr landesweites Netzwerk aus rund 30.000 Freiwilligen und lokalen Caritasverbänden. Bereits in den ersten Tagen nach dem Erdbeben wurden Hilfsmaßnahmen vorbereitet und erste Direkthilfen geleistet. Dazu gehören unter anderem Lebensmittel, Bargeldhilfen sowie die Unterstützung besonders schutzbedürftiger Menschen. Gleichzeitig erfassen die Teams vor Ort fortlaufend die Bedarfe, um die Hilfe gezielt an die betroffenen Familien anzupassen.
Die Diakonie Katastrophenhilfe ist vor Ort aktiv und unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen die medizinische Notversorgung. Sauberes Trinkwasser zählt zu den wichtigsten Dingen: Die Verteilung von mindestens 1.300 Wasserfiltern hat begonnen – jeder Filter reinigt täglich bis zu 900 Liter Wasser und kann damit rund 60 Menschen pro Tag versorgen. Zusätzlich werden Zelte, Matratzen und Decken für obdachlose Familien bereitgestellt und psychosoziale Unterstützung angeboten.
Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe und seine Mitgliedsorganisationen bitten Sie dringend um Unterstützung.
Erfahren Sie hier, wie die Organisationen des Aktionsbündnisses die Menschen unterstützen:
Letzte Aktualisierung: 06.07.2026, 09:04 Uhr









