Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo
Schnelle Hilfe zur Eindämmung des Ausbruchs notwendig
Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist der größte und am schnellsten wachsende, der je in dem Land dokumentiert wurde. Ausgehend von der Provinz Ituri im Nordosten des Landes hat er sich mittlerweile auf sechs Provinzen ausgeweitet. Die WHO hat die Lage als internationale Gesundheitsnotlage eingestuft. Bewaffnete Konflikte, Vertreibung und fragile Gesundheitsstrukturen erschweren die Eindämmung zusätzlich. Besonders besorgniserregend: Für die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff.
Ebola-Ausbruch trifft fragile Gesundheitsstrukturen
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden bislang über 5.000 bestätigte Ebola-Fälle registriert (Stand: 16. August 2026), davon 2.378 Todesfälle. Das entspricht einer Fallsterblichkeitsrate von rund 47%. Der Ausbruch, der im Mai 2026 in der Gesundheitszone Mongbwalu(Ituri) begann, betrifft inzwischen 54 Gesundheitszonen in sechs Provinzen: Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uélé, Tshopo und Bas-Uélé. Allein zwischen dem 1. Und 12. August wurden über 1.000 neue bestätigte Fälle gemeldet. Die Untersuchungen dauern an, weshalb sich die Zahlen weiter verändern können.
Der Ausbruch trifft auf eine Region, in der viele Gesundheitseinrichtungen nur eingeschränkt arbeiten können und medizinische Hilfe oft nur schwer erreichbar ist. Dadurch wird es umso schwieriger, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen.
Besonders gefährdet sind Menschen ohne ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, Hygiene und medizinischer Versorgung, darunter vor allem Kinder und Schwangere. Gleichzeitig erschweren Unsicherheiten in einigen Gebieten sowie grenzüberschreitende Bewegungen die Eindämmung der Erkrankung zusätzlich.
Aufklärung und Schutzmaßnahmen entscheidend
Die Eindämmung des Ausbruchs hängt maßgeblich davon ab, Menschen frühzeitig über Symptome, Übertragungswege und Schutzmaßnahmen zu informieren und Verdachtsfälle zu isolieren. Gleichzeitig müssen Gesundheitseinrichtungen ausgestattet und lokale Strukturen gestärkt werden, um Erkrankte schnell versorgen und weitere Infektionen verhindern zu können.
Neben der medizinischen Versorgung spielen deshalb auch Wasser-, Hygiene- und Sanitärmaßnahmen eine zentrale Rolle. Psychosoziale Unterstützung hilft betroffenen Familien und Kindern zusätzlich, mit den Folgen der Krise umzugehen.
Wie das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe hilft
Die Mitgliedsorganisationen Caritas International, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland sind gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen mit lebensrettenden Maßnahmen im Einsatz:
Die Hilfe umfasst unter anderem:
- Aufklärung über Übertragungswege, Symptome und Schutzmaßnahmen
- Wasser-, Hygiene und Sanitärmaßnahmen
- Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen mit Schutzmaterialien
- Unterstützung medizinischer Versorgung und Testkapazitäten
- Psychosoziale Unterstützung und Kinderschutz
- Schulungen für Lehrkräfte, Familien und lokale Gemeinschaften
- Stärkung lokaler Gesundheits- und Versorgungsstrukturen
UNICEF stattet Ebola-Behandlungszentren und Gesundheitseinrichtungen in Ituri mit Material zur Infektionsprävention, Wasser-, Sanitär- und Hygieneartikeln sowie Ausrüstung für Eingangsuntersuchungen aus und sichert die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten. Die psychosoziale Unterstützung erreichte bereits mehr als 21.000 betroffene Menschen, darunter 5.100 Kinder.
Das Deutsche Rote Kreuz übernimmt gemeinsam mit lokalen Partnern die sichere und würdige Bestattung von Ebola-Verstorbenen und stattet Einsatzkräfte sowie Gesundheitspersonal mit Schutzausrüstung aus. Rotkreuzhelfer:innen klären die Bevölkerung über Übertragungswege und Schutzmaßnahmen auf, unterstützen Behörden bei der Früherkennung von Verdachtsfällen und arbeiten eng mit betroffenen Gemeinden zusammen, um Vertrauen aufzubauen und Widerstand gegen die Maßnahmen abzubauen. Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung (IFRC) organisiert dafür die Lieferkette in die schwer zugänglichen Gebiete.
Caritas international unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnern Gesundheitszentren in Bunia und Goma, damit sie trotz der schwierigen Lage weiterarbeiten können. Mitarbeitende klären Familien darüber auf, wie Ebola übertragen wird und wie sie sich im Umgang mit Erkrankten schützen können, das verhindert Ansteckungen und schützt Betroffene vor Angst und Ausgrenzung.
Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Partnerorganisationen, die in acht Gesundheitszentren in Nord- und Süd-Kivu Infektionskontrollen durchführen und das Gesundheitspersonal mit Schutzausrüstung ausstatten. 120 Gemeindeeinrichtungen und Schulen erhalten Hygieneartikel und Material zur sicheren Wasserversorgung, während Aufklärungsteams 500 Mitglieder von Gemeindevertretungen und Gesundheitskomitees schulen und Radiospots die Bevölkerung informieren. Ergänzend leisten Partnerorganisationen psychosoziale Unterstützung und klären auch im grenznahen Südsudan auf, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe und seine Mitgliedsorganisationen bitten Sie dringend um Unterstützung:
Erfahren Sie hier, wie die Organisationen des Aktionsbündnisses die Menschen unterstützen:
Letzte Aktualisierung: 19.08.2026



