Drei Jahre bewaffneter Konflikt – die größte humanitäre Katastrophe der Welt
Vor drei Jahren, am 15.April 2023, eskalierte der bewaffnete Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung. Mehr als 33 Millionen Menschen, mehr als 60 Prozent der Gesamtbevölkerung, sind heute auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mit über 13 Millionen Vertriebenen ist der Sudankonflikt derzeit die größte Vertreibungskrise und humanitäre Katastrophe der Welt.
Die Grundversorgung ist in weiten Teilen des Landes zusammengebrochen: Schulen und Krankenhäuser wurden zerstört, medizinische Versorgung ist vielerorts kaum noch verfügbar. Hunger und Mangelernährung haben kritische Ausmaße erreicht.
Über 17 Millionen Kinder sind von der Krise betroffen – mehr Kinder, als in ganz Deutschland leben. UN-Schätzungen zufolge werden in diesem Jahr rund 825.000 Kinder unter fünf Jahren an schwerer akuter Mangelernährung leiden – ein weiterer Anstieg gegenüber dem bereits katastrophalen Vorjahr.
Rund 13 Millionen Menschen sind auf der Flucht: Über neun Millionen wurden innerhalb des Landes vertrieben, mehr als vier Millionen Menschen haben den Sudan verlassen – die meisten in Nachbarländer wie Ägypten, den Tschad oder den Südsudan. Doch auch dort ist die humanitäre Lage vielerorts fragil und die Versorgung der Geflüchteten kaum ausreichend möglich.
Die Krise droht zunehmend auch die gesamte Region zu destabilisieren. Gleichzeitig reichen die verfügbaren Mittel für die humanitäre Hilfe im Sudan und den Nachbarländern bei weitem nicht aus.
Drei Jahre bewaffnete Kämpfe – Hunger, Zerstörung und Vertreibung
Rund 19,5 Millionen Menschen im Sudan leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Besonders in Teilen von Darfur sowie in Süd-Kordofan verschärft sich die Lage weiter. Für mehr als 135.000 Menschen ist der Hunger bereits lebensbedrohlich, in einigen Regionen droht in den kommenden Monaten eine Hungersnot.
Besonders Kinder leiden unter den Folgen des Konflikts. Gleichzeitig verschärfen fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser, Krankheiten und die Zerstörung wichtiger Infrastruktur die humanitäre Krise zusätzlich.
Die anhaltende Gewalt trifft die Menschen mit voller Härte. Millionen Menschen sind auf der Flucht oder wurden bereits mehrfach vertrieben. Viele Familien haben keinen sicheren Zugang zu Nahrung, Wasser oder medizinischer Versorgung. Rund 40 Prozent der Gesundheitseinrichtungen im Sudan sind nicht funktionsfähig.
Wie wir helfen
Die im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe zusammengeschlossenen Hilfswerke Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland leisten im Sudan und in den Flüchtlingscamps der Nachbarländer Nothilfe. Ihr Fokus liegt auf:
- Ernährung und Nahrungsmittelversorgung
- Wasser-, Hygiene- und Sanitärversorgung
- Gesundheit und medizinische Versorgung
- Bildung
- Psychosoziale Unterstützung und Kinderschutz
- Bargeldhilfen
- Einkommensschaffende Maßnahmen
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) engagiert sich gemeinsam mit dem Sudanesischen Roten Halbmond (SRCS) mit einer Vielzahl von Projekten. Mitarbeitende und Freiwillige des SRCS leisten Erste Hilfe, transportieren Verletzte und unterstützen das medizinische Personal.
In El-Faschir in Nord-Darfur unterstützt das DRK das einzig noch funktionierende Krankenhaus mit einem speziellen Programm für schwangere Frauen und besonders schutzbedürftige Mütter – inklusive Geburtshilfe und Bargeldhilfen, damit Frauen unter sicheren und professionellen Bedingungen entbinden können.
Bargeldhilfen sind angesichts stark steigender Lebenshaltungskosten und schwieriger Lieferbedingungen für humanitäre Güter eine wichtige Hilfsmaßnahme: Sie ermöglichen es den Betroffenen, die für sie dringendsten Güter und Dienstleistungen selbst zu erwerben.
In Äthiopien und dem Südsudan leistet das DRK gemeinsam mit seinen Schwesterorganisationen lebensnotwendige humanitäre Hilfe für Binnenvertriebene und Geflüchtete.
UNICEF leistet in allen 18 Bundesstaaten im Sudan lebensrettende Hilfe für Kinder und ihre Familien. Über 1.400 Gesundheitseinrichtungen und mobile Teams versorgen Kinder und Mütter medizinisch – auch in schwer zugänglichen Gebieten.
UNICEF ist der einzige Lieferant therapeutischer Spezialnahrung für schwer mangelernährte Kinder und behandelt jährlich über 600.000 Kinder. Impfstoffe werden auch grenzüberschreitend nach Darfur geliefert. Millionen von Kindern und ihren Familien wird Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht – durch die Reparatur von Wasserversorgungssystemen und die Umrüstung auf Solarenergie.
UNICEF setzt sich dafür ein, dass Kinder trotz des Krieges weiter lernen können: 2025 wurden über 13.000 Schulen wieder geöffnet; 43.000 Schülerinnen und Schüler konnten ihre nationalen Abschlussprüfungen ablegen – darunter erstmals 5.000 geflohene Kinder im Tschad, für die eigens grenzüberschreitende Prüfungszentren eingerichtet wurden.
Kinder, die von ihren Familien getrennt wurden, erhalten Unterstützung bei der Familiensuche und psychosoziale Betreuung. Schwangere und stillende Mütter werden über Geldtransfer-Programme direkt finanziell unterstützt.
Caritas international unterstützt im sudanesischen Bundesstaat Südkordofan gemeinsam mit lokalen Partnern Geflüchtete und aufnehmende Gemeinden. Familien erhalten Saatgut und landwirtschaftliche Arbeitsgeräte und werden in verbesserten Anbaumethoden geschult – mit dem Ziel, ihre Erträge zu steigern und nachhaltige Lebensgrundlagen aufzubauen.
Im Tschad erhalten sudanesische Geflüchtete in verschiedenen Camps Nahrungsmittel und Hygieneartikel. In Ägypten hilft Caritas international unbegleiteten geflüchteten Kindern: Fachkräfte begleiten sie psychosozial und ermöglichen ihnen durch Stipendien den regelmäßigen Schulbesuch.
In der Stadt Kodok im Norden des Südsudan unterstützt Caritas international mit der lokalen Partnerorganisation DMI die Menschen vor Ort - mit neuen Hütten, Nahrungsmitteln und psychosozialer Hilfe.
Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt das lokale Hilfsnetzwerk der sogenannten Emergency Response Rooms (ERR). Die rund 600 Nachbarschaftskomitees betreiben landesweit Suppenküchen, statten Notunterkünfte aus, organisieren Medikamente und versorgen Notleidende mit sauberem Trinkwasser. Rund 26.000 freiwillige Helferinnen und Helfer sind landesweit im Einsatz.
Die Hilfe wird flexibel an akute Bedarfe angepasst – insbesondere bei neuen Vertreibungen oder Rückkehrbewegungen. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde das zivilgesellschaftliche Netzwerk im Oktober 2025 mit dem Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet.
Im Tschad hilft die Diakonie Katastrophenhilfe sudanesischen Flüchtlingen mit Bargeldhilfen und einem Ausbildungsprogramm für Frauen zu Ernährungsberaterinnen, die ihr Wissen als Multiplikatorinnen in Gemeinden und Camps weitergeben.
Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe und seine Mitgliedsorganisationen bitten Sie dringend um Unterstützung:
Erfahren Sie hier, wie die Organisationen des Aktionsbündnisses die Menschen unterstützen:
Letzte Aktualisierung: 19.05.2026

















