Kolumnentitel 17 Diakonie Katastrophenhilfe – Programm gegen den Hunger „Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie diejenigen schützt, die im Krieg alles verloren haben.“ Dagmar Pruin Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe über die staatlichen Kürzungen in der humanitären Hilfe schaffen Weideflächen für Rinder. Der Partner Friendship Support Association (FSA) führt gemeinsam mit der Diakonie Katastrophenhilfe praktische Schulungen durch, in denen die Teilnehmenden lernen, Mais anzubauen, der an die harten Standortbedingungen angepasst ist und dadurch mehr Ertrag für die Familien abwirft. Andere kleinbäuerliche Betriebe und Familien erhalten Hühner und einen Hahn, um eine kleine Geflügelzucht starten zu können. Auch sie bekommen ergänzend zu den Hilfen Schulungen in Tierhaltung und veterinärmedizinische Leistungen wie Impfungen. Künftig soll das Programm bereits im Vorfeld drohender Krisen aktiviert werden können. So wird zurzeit eine Dürrehilfe für Kenia und Somalia vorbereitet, weil aktuelle Berichte zunehmende Nahrungsmittelengpässe am Horn von Afrika prognostizieren. „In einigen Regionen wissen wir, dass die nächste Krise nur eine Frage der Zeit ist – etwa im Südsudan, wo sich in den vergangenen Jahren verheerende Überschwemmungen wiederholten. Deshalb integrieren wir in diesem Jahr eine neue Säule für vorausschauende Soforthilfe in das Programm. Wir wollen damit Partner und Gemeinden befähigen, schon vor dem Eintreten einer Krise, etwa bei Vorhersagen von starken Regenfällen, zu handeln und Schäden und Verluste zu mindern“, erläutert Katrin Jullien, Leiterin des Regionalbüros in Nairobi. Hilfen mit Potential Das Programm der Diakonie Katastrophenhilfe ermöglicht es nicht nur, Synergien für unterschiedliche Hilfsprojekte in verschiedenen Ländern zu nutzen. Die Teilnehmenden können auch von- und miteinander lernen. Wie in Äthiopien und Somalia leiden auch im Südsudan und Teilen Kenias Menschen unter dürrebedingten Ernährungskrisen. In Malawi sind noch die Folgen des Zyklons Freddy spürbar, der 2023 vielerorts die Ernten zerstörte. Im Nachbarstaat Simbabwe sorgen wiederkehrende Klimaereignisse – Zyklone, Fluten und verstärkt auftretende Dürren - für Nahrungsmittelengpässe. Mit ihrem umfassenden Krisenreaktionsplan leistet die Diakonie Katastrophenhilfe schon jetzt dringend benötigte Hilfe, in deren Fokus die Hungerbekämpfung steht. Mehr als 6,6 Millionen Euro kamen so bereits zum Einsatz. Und weil das Programm skalierbar ist, können die Hilfen bei steigenden Einnahmen auch kurzfristig ausgeweitet werden. Daher hofft das evangelische Hilfswerk auf Spenden und Unterstützung, um die Basishilfen fortsetzen und ausbauen zu können. Wirkung vor Ort Weltweit verknüpft für Menschen in Not. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Menschen, die von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung betroffen sind und ihre Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie arbeitet immer gemeinsam mit Partnern, die durch lokale Verankerung, Akzeptanz und Expertise und orientiert an den Bedürfnissen passgenaue und zielgerichtete Unterstützung leisten. Dadurch wird eine effektive Hilfe ermöglicht, die schnell und direkt bei den betroffenen Menschen und Gemeinschaften ankommt. 50.600 erreichte Menschen in Not 12 Partnerorganisationen 8 Länder Hilfe für die kleinbäuerliche Landwirtschaft wie hier in Somalia sind Teil des NothilfeProgramms der Diakonie Katastrophenhilfe in Ostafrika (Foto oben links). Kleine Tiere, große Hilfe: Auch Hühnerhaltung kann einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung leisten.
RkJQdWJsaXNoZXIy NTQxOTA=