Rückblick 2024

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe 18 Caritas international Alltägliche Hilfe im Krieg Es sind immer wiederkehrende Bilder, die in den westlichen Medien über den Krieg in der Ukraine zu sehen sind: einerseits die von russischen Raketen und Drohnen, die in Kyjiw und anderen Städten des Landes einschlagen. Andererseits die von Politikerinnen und Politiker, die über Kredite, Waffen und Hilfen beraten. Immer seltener jedoch sind Bilder von den Menschen und von ihrer Angst zu sehen, von ihrer Trauer und ihrer Not. Empörung und Mitgefühl sind einer oftmals routinierten Kriegsberichterstattung gewichen. Zwischen Alltag und Krieg Für die Menschen in der Ukraine kann es keine Routine geben, wenn Nachbarn durch Bomben sterben oder Familienangehörige an der Front. Und doch leben viele ihren Alltag, in den der Krieg und seine Folgen Einzug gehalten haben. „Wir versuchen alle, die War-Life-Balance zu halten,“ beschreibt Hannah Kikwitzki diesen Zustand. Die Mitarbeiterin von Caritas international lebt seit Kriegsbeginn in der Ukraine und koordiniert dort die Hilfen. Kikwitzki beschreibt die Ambivalenz des Lebens in der Hauptstadt, wo es Straßencafés und Konzerte gibt, Menschen zum Einkaufen, zur Arbeit und in die Schule gehen. Doch überall sei auch der Krieg sichtbar: Kriegsversehrte und Uniformierte in den Straßen, zerstörte Gebäude und Autos, Zeichen der Trauer durch Foto-Galerien von Gefallenen – und immer wieder der Bombenalarm, der die Menschen in die Bunker, Keller und U-Bahnhöfe ruft. Tagelang kein Strom und keine Heizung, bange Nächte im Luftschutzkeller oder in der U-Bahn – und immer wieder russische Angriffe. Die Menschen in der Ukraine müssen im bereits fünften Jahr mit dem Krieg leben. Caritas international steht ihnen dabei seit Beginn an zur Seite. Besonders hart treffen die russischen Angriffe die Menschen im Winter. Starke Schäden der Energieinfrastruktur haben überall im Land gravierende Auswirkungen auf das alltägliche Leben: Über Stunden, manchmal Tage gibt es keinen Strom. Und vor allem wird es bitter kalt, wenn die Wärmeleitungen oder Heizzentralen getroffen werden. Caritas international und ihre Partner helfen parallel auf vielen Ebenen: Weiterhin im Zentrum steht die akute Nothilfe im Krieg. Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas sind Tag und Nacht in rund 70 Zentren und in 200 Notunterkünften im Einsatz. Sie versorgen Kriegsvertriebene, bieten psychosoziale Betreuung, juristische Beratung und helfen bei der Wiederbeschaffung von Dokumenten oder beim Auffinden vermisster Angehöriger. Netzwerke der Hilfe Möglich ist dies, weil Caritas international nach dem Partnerprinzip arbeitet und somit über ein weit verzweigtes Netzwerk der Hilfe verfügt. Allein die Caritas Ukraine umfasst 49 aktive lokale Organisationen sowie nationale Koordinationsbüros, über 2.600 Mitarbeitende und rund 2.300 Freiwillige, die in etwa 300 Pfarrzentren aktiv sind. Diese Strukturen ermöglichen auch einen weiteren Schwerpunkt der Caritas-Arbeit in der Ukraine – die Winterhilfe. In den oft sehr kalten Wintermonaten stellen die Mitarbeitenden für besonders gefährdete Menschen Heizmaterial, winterfeste Haushaltsartikel und Materialien zur Reparatur beschädigter Häuser zur Verfügung. Evakuierte erhalten Hilfspakete mit Schlafsäcken, Thermobehältern und warmer Kleidung. Nothilfe an der Frontlinie Die Not- und Winterhilfe geht Hand in Hand mit der sozialen Arbeit, die im Kontext des Krieges ohnehin besondere Herausforderungen mit sich bringt. So besuchen mobile Caritas-Teams auch nahe der 1.200 Kilometer langen Frontlinie hilfsbedürftige Menschen in abgelegenen Ortschaften und bringen ihnen das Nötigste vorbei. Fachkundige Pflegekräfte versorgen alte, kranke und körperlich eingeschränkte Patientinnen und Patienten. „Wir versuchen alle, die War-Life-Balance zu halten,“ Hannah Kikwitzki, Caritas-Fachkraft in der Ukraine.

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