13 UNICEF – Geschützte Räume für Kinder Wirkung vor Ort Die Hilfe ist dringend notwendig, denn die Not nach dem Beben ist groß. „Die schweren Schäden sind überall in der Stadt sichtbar. Überall hängen kaputte Stromleitungen, Straßen wurden aufgerissen. Viele Gebäude sind beschädigt, manche sind ganz eingestürzt“, berichtet Julia Rees, stellvertretende Leiterin von UNICEF in Myanmar, aus Naypyidaw. „Kinder und Familien schlafen auf der Straße. Die Angst ist bei den Menschen überall spürbar. Sie sind tief erschüttert und machen sich Sorgen, ob sie überhaupt noch in ihre Häuser zurückkehren können.“ Wenn alte Wunden wieder aufreißen Für Kinder und Jugendliche wie Tun Myar bedeutet das Erdbeben eine weitere schwere Belastung. Als Zehnjährige verlor sie ihre Mutter; später lebte sie getrennt von ihrem Vater bei ihrer Tante. Hinzu kamen Jahre auf der Flucht. Tun Myar beschreibt, wie ihre Hoffnung schwindet: Sie zieht sich zurück, spricht kaum noch und findet nachts keinen Schlaf. Ähnlich geht es vielen Kindern in Nyaungshwe Township. Auf den Konflikt und die Vertreibung folgte das Erdbeben. Viele Erwachsene spüren, dass ihre Kinder leiden, wissen aber nicht, wie sie ihnen helfen können. Hier setzt UNICEF mit lokalen Partnern an: mit kinderfreundlichen Schutzräumen, psychosozialer Unterstützung und Angeboten für Eltern und andere Betreuungspersonen. In diesen sicheren Orten finden Kinder Schutz, einen geregelten Tagesablauf und Unterstützung. Geschulte Fachkräfte helfen ihnen, mit den Erlebnissen von Flucht, Gewalt und Erdbeben umzugehen. Durch Gespräche, kreative Angebote und Spiele können die Kinder wieder Vertrauen und Stabilität gewinnen. In den Gruppen wird außerdem gemalt, getanzt, gesungen und gespielt. Die Kinder erleben Momente, in denen sie einfach Kind sein und wieder lachen können – dort, wo zuvor Angst ihren Alltag bestimmte. Für Tun Myar wird diese Unterstützung zu einem Wendepunkt. Früher habe sie kaum vor anderen Menschen reden können, erzählt sie. Heute spricht sie selbstbewusst vor anderen Kindern und leitet sie bei den Angeboten an. Ihr Ziel ist klar: Sie möchte die Schule abschließen und Ärztin werden. „Schwere Erdbeben sind eine traumatische Erfahrung für Kinder. Angehörige wurden getötet oder verletzt, viele Kinder wurden von ihren Familien getrennt. Sie sind verängstigt und brauchen dringend psychosoziale Unterstützung.“ Christian Schneider Geschäftsführer von UNICEF Deutschland Für jedes Kind, überall auf der Welt. UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen und setzt sich weltweit für die Rechte jedes Kindes ein. In Krisen und nach Katastrophen versorgt UNICEF Kinder und Familien mit Wasser, medizinischer Hilfe, Spezialnahrung, Schutz und psychosozialer Unterstützung. Dank dauerhafter Präsenz und starker Partnerschaften kann UNICEF schnell handeln und setzt sich als Teil der Vereinten Nationen auch gegenüber Regierungen für den Schutz von Kindern ein. Ihr Leben war nach Konflikten, Vertreibung und Erdbeben von Angst geprägt. Heute hilft Tun Myar anderen Kindern dabei, ihre Ängste zu überwinden. Neben Gesprächen und kreativen Angeboten helfen auch Spiele den Kindern dabei, wieder Vertrauen und Stabilität aufzubauen. Schutz/Mentale Gesundheit: 580.000 Kinder Gesundheit: 438.000 Kinder Bildung: 160.000 Kinder
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