11 Sudan – Selbsthilfe zur Hilfe Etwa 34 Millionen Menschen im Sudan – zwei Drittel der Bevölkerung – sind laut UN-Angaben auf humanitäre Hilfe angewiesen Langjährige Erfahrung ermöglicht effektive Hilfe Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit dem Sudanesischen Roten Halbmond (SRCS) im Sudan und hat dort daher gute Kontakte und viel Erfahrung. Die Partnerorganisationen sind unter anderem in der Katastrophenvorsorge, der humanitären Hilfe, in Bildung und Gesundheit sowie bei der Verbesserung der Lebensgrundlagen aktiv. In der aktuellen Krise ermöglichen die langjährigen Kooperationen nun auch unmittelbare medizinische Hilfen, medizinische Ausrüstung und Medizintechnik werden bereitgestellt. Mitarbeitende und Freiwillige des SRCS leisten Erste Hilfe, transportieren Verletzte und unterstützen das medizinische Personal. Und im Rahmen der Gesundheitsversorgung unterstützt ein spezielles Programm schwangere Frauen und besonders schutzbedürftige Mütter mit Geburtshilfen und Bargeldhilfen. Auch UNICEF ist seit vielen Jahren im Sudan im Einsatz. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UN) liefert zum Beispiel Medikamente, medizinisches Equipment, sauberes Wasser und andere lebenswichtige Hilfsgüter an Krankenhäuser, Gesundheitszentren und an Flüchtlingscamps. Und wie die anderen Organisationen des Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe setzt auch UNICEF dabei auf lokale Helfende, die teils selbst von Gewalt und Not betroffen sind. Latifa beispielsweise wurde mehrfach vertrieben, bevor sie Ende 2025 in Tawila, Nord-Darfur, ankam. Seitdem engagiert sich die junge Sudanesin in einem Schutzraum für Kinder. Dort hilft sie Kindern, die von Gewalt betroffen sind, beim Lernen und spielt mit ihnen. In dem UNICEF-Zentrum tanken sie auf und schöpfen neue Kraft. „Die Kinder haben so viele Erinnerungen an Gewalt. Sie brauchen Unterstützung und Dinge, die sie an ihre Kindheit erinnern, zum Beispiel Spiele und Spielzeug. Sie verändern sich völlig, nachdem sie hierhergekommen sind.“ Inmitten von gewaltsamen Konflikten und Hungerkrise im Sudan ist es dieses beeindruckende Engagement der sudanesischen Helferinnen und Helfer, das Hoffnung macht. „Sie haben sich ihre Hilfsbereitschaft, Güte und Solidarität bewahrt – und zeigen uns, dass Menschlichkeit selbst in diesem verheerenden Krieg überlebt“, schreibt UNICEF in Portraits von Latifa und vier weiteren freiwilligen Helferinnen, die selbst viel Leid erlebt haben. Die Frauen und Männer leben gewissermaßen das Partnerprinzip, nach dem alle im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe kooperierenden Hilfswerke arbeiten. Und sie zeigen dabei auf beeindruckende Art und Weise, dass Hilfe und Selbsthilfe am besten miteinander funktionieren. Ein Moment der Freude im Flüchtlingslager. Im Sudan wächst eine ganze Generation inmitten des gewalttätigen Konflikts heran.
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