8 Aktionsbündnis Katastrophenhilfe Inmitten von Gewalt und Hunger helfen Betroffene im Sudan sich und anderen. Sie zeigen, dass Solidarität möglich ist. Sie bringen eine fast vergessene Katastrophe in Erinnerung – und finden Unterstützung. Als die Gewalt eskalierte, als die Rebellen in die Stadt einfielen, mordeten, vergewaltigten, Geschäfte und Märkte plünderten, als immer mehr Menschen vor Tod und Gewalt flohen, als also die Not am größten war, da setzten Duaa Tareeg und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter auf die Kraft der Solidarität: „Ein Freund und ich gingen los, holten zehn Kilo Reis und zehn Kilo Linsen und kochten. Das Essen haben wir an die Menschen verteilt, die zufällig vorbeikamen. Wir sagten ihnen, dass wir ab sofort jeden Tag Essen verteilen werden. Am nächsten Tag standen 80 Familien mit 80 Essensbehältern in einer Schlange vor uns.“ So entstand die erste Suppenküche in Duaa Tareegs Stadtviertel in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum. Angriff auf Kinder, Zivilpersonen und Helfende: Am 8. Juli 2024 trafen Bomben die größte Kinderklinik der Ukraine in Kiew. Sudan Selbsthilfe zur Hilfe Die Suppenküche war zunächst ein reines Mittel zur Selbsthilfe, es ging ums nackte Überleben. Im solidarischen Miteinander, aber ohne jegliche staatliche oder internationale Unterstützung. „Zu dieser Zeit bezahlten wir alles aus eigener Tasche“, berichtet Duaa Tareeg. Die Gruppe teilte ihre Aktivitäten, die sie inmitten des bewaffneten Konflikts durchführte, über Social Media. Mit Erfolg, denn „dann kamen viele Mittelgeber auf uns zu.“ Die Gruppe hat also den entwicklungspolitischen Leitsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ kurzerhand umgedreht. Die Menschen halfen sich selbst und mit ihren eigenen Mitteln – und beeindruckten so die internationalen Hilfsorganisationen. Inzwischen umfasst das von Duaa Tareeg mitgegründete Netzwerk Emergency Response Rooms (ERR) im Sudan rund 600 Nachbarschaftskomitees mit etwa 12.000 Freiwilligen, die Suppenküchen betreiben oder Menschen mit Wasser und Medikamenten versorgen. Die ERR wurden mit Menschenrechtspreisen und dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Auch die Mitgliedsorganisation des Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe UNICEF und Diakonie Katastrophenhilfe unterstützen ERR und können so ihre Hilfsprojekte unabhängig von den Konfliktparteien umsetzen.
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