Rückblick 2024

3 Vorwort Liebe Leserinnen und Leser, im Sudan müssen Mahlzeiten für die Hungernden rationiert werden, weil die Mittel kaum ausreichen, während Gewalt, Vertreibung und extreme Not weiter Millionen Menschen quälen. Auch in anderen Regionen müssen humanitäre Organisationen unmenschliche Entscheidungen treffen, wer noch Zugang zu medizinischer Hilfe, therapeutischer Nahrung, Hilfspaketen erhält – und wer nicht. Weltweit sind laut Angaben der Vereinten Nationen derzeit etwa 300 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – dahinter stehen 300 Millionen einzelne Schicksale von Kindern, Frauen, Männern, die in akuter Not sind. Gleichzeitig sinken seit Jahren die staatlichen Mittel für humanitäre Hilfe – auch in Deutschland. Umso mehr zählt in dieser Zeit jede einzelne Spende. Spenden von Bürgerinnen und Bürgern, Beiträge von Unternehmen oder Stiftungen können die Lücke, die Kürzungen in den staatlichen Budgets reißen, zwar nicht schließen. Aber sie leisten – rasch, unmittelbar, zielgerichtet und wirkungsvoll – konkrete Hilfe. Sie sind auch ein starkes Signal, weil sie zeigen, dass den Menschen in unserem Land das Schicksal notleidender Menschen nicht gleichgültig ist. Während Regierungen ihre Beiträge allzu oft mit Blick auf andere dringende Prioritäten herunterfahren, zeigen Privatpersonen und Unternehmen große Solidarität. Die Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen, ist ungebrochen, die Spendeneinnahmen blieben im Jahr 2025 stabil. Den Bürgerinnen und Bürgern ist der humanitäre Einsatz für Menschen, für die es oft ums Überleben geht, also wichtig – das sollte auch bei politischen Entscheidungen zählen. Sie, liebe Spenderinnen und Spender, vertrauen dabei den vier etablierten Akteuren des Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe: Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF. Für Ihr Engagement und Ihre Solidarität möchte ich mich sehr herzlich bedanken. Wie die Hilfswerke diese Mittel eingesetzt haben, auch dort, wo „vergessene Krisen“ herrschen, die selten im Fokus der medialen Berichterstattung stehen, zeigen wir Ihnen auf den folgenden Seiten. Im Sudan hat der bewaffnete Konflikt die größte humanitäre Krise der Gegenwart ausgelöst. Verschärft wird die Lage noch durch die Auswirkungen des Klimawandels. Alle vier Mitgliedsorganisationen sind dort und in den Nachbarstaaten sehr aktiv (Seite 6). Im Nachbarland Südsudan, einem der ärmsten Länder der Welt, besuchte ZDF-Moderatorin Dunja Hayali 2025 ein Schulprojekt in einem Flüchtlingslager, das unser Partner BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ unterstützt. Ihre Eindrücke schildert sie im Interview (Seite 18). Anhand ihrer Projekte im Nahen Osten (Seite 16), in Ostafrika (Seite 14), in der Ukraine (Seite 12) und in Myanmar (Seite 10) stellen wir zudem beispielhaft die Arbeit unserer vier Mitgliedsorganisationen vor. Wo wir sonst noch aktiv waren, erfahren Sie in Grafiken und Übersichten. Deutlich wird dabei: Gerade, weil die öffentlichen Mittel für humanitäre Hilfe schrumpfen, gibt uns Ihre anhaltende Unterstützung Grund zur Zuversicht – für die Menschen, denen unser Einsatz gilt. Ihr Christian Schneider Vorsitzender Aktionsbündnis Katastrophenhilfe und Vorsitzender der Geschäftsführung Deutsches Komitee für UNICEF e.V.

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