Rückblick 2024

„Es ist bereichernd, mit Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt Dunja Hayali im Interview, „und mir als Journalistin ein Bild davon zu machen, worüber ich berichte.“ 21 Dunja Hayali mit „Ein Herz für Kinder“ im Südsudan Frau Hayali, was hat Sie dazu bewegt, in den Südsudan zu reisen? Für dieses Krisenland gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. DUNJA HAYALI: Als ich gefragt wurde, ob ich diese Reise machen möchte, habe ich sofort mit „ja“ geantwortet, auch wenn mich alle für verrückt gehalten haben. Aber als Journalistin finde ich es wertvoll und bereichernd, über das, worüber ich berichte, mir zuvor selbst ein Bild machen zu können – mit Menschen ins Gespräch zu kommen, zu sehen, zu riechen, zu fühlen, zu erleben. Allerdings muss man sich dann auch wieder von den Erlebnissen emotional entfernen, um möglichst neutral berichten zu können. Sie haben eine Schule besucht, die Caritas international mit ihrer Partnerorganisation DMI betreibt. Wie war Ihr Eindruck? HAYALI: Die Schule bietet den Kindern eine Chance, aus diesem Elend herauszukommen: Zu lernen, später einen Beruf zu ergreifen oder sogar studieren zu können. Das schafft Perspektiven – auch für die Familien. Und das ist wahnsinnig wertvoll. Was hat Sie nachdenklich gemacht? HAYALI: Es ist toll, dass die Schule 1.100 und hoffentlich bald auch 1.500 Kindern einen Schulplatz bieten kann. Aber es ist auch bitter zu sehen, dass weitere 20.000 Kinder diese Chance nicht bekommen. Was hat Sie beeindruckt? HAYALI: Die Überlebenskunst der Menschen. Wenn man sieht, mit wie wenig sie versuchen, ein halbwegs normales Leben zu führen – so weit entfernt von dem, was wir als normal bezeichnen würden. Wie sie darauf achten, dass Kleidung und Schuhe sauber bleiben, weil das etwas mit Würde und Stolz zu tun hat. Und wie wissbegierig die Kinder sind, wie viel Freude und Lust sie am Lernen haben – das beeindruckt mich wirklich. Welche Hoffnung verbinden Sie mit Ihrer Reise? HAYALI: Ich hoffe sehr, dass wir mit dieser Reise und den Berichten darüber wieder mehr Aufmerksamkeit auf den Südsudan lenken können. Der Fokus liegt gerade auf Gaza und der Ukraine, was ja auch verständlich ist. Nichtsdestotrotz dürfen wir die anderen Krisen- und Kriegsregionen der Welt nicht vergessen. Und jeder kann etwas tun, mit einer kleinen Spende. Ich glaube, das verstehen alle Menschen in Deutschland: Bildung ist das A und O. Jeder wünscht sich eine gute Zukunft für seine Kinder. „Mich beeindruckt, wie wissbegierig die Kinder sind, wie viel Freude und Lust sie am Lernen haben.“ „Ein Herz für Kinder“ und das Aktionsbündnis Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe wird schon seit vielen Jahren von der Hilfsorganisation BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ unterstützt. Diese Förderung ermöglicht es, bei Krisen und Naturkatastrophen schnelle und unbürokratisch Soforthilfe für Kinder leisten zu können. Finanziert werden die Projekte unter anderem durch die jährliche „Ein Herz für Kinder“-Spendengala im ZDF sowie durch andere Spendenaktionen. Mehr Informationen unter www.ehfk.de

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